Montag, 22. November 2010

Leiharbeit in Klinik beendet

(mindestlohn.de)

b sofort wird das Klinikum Essen nach eigenen Angaben keine Leiharbeitskräfte mehr über die hauseigene Personalserviceagentur PSG beschäftigen. Auf Druck des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Guntram Schneider (SPD) gab die Klinikleitung die fünf Jahre währende Praxis des Lohndumpings auf.



Die Klinikleitung begründete den Einsatz von Leiharbeitnehmern mit dem steigenden Wettbewerbs- und Kostendruck im Krankenhausmarkt.



Derzeit würden auf Basis von Leiharbeit 323 nicht-ärztliche Kräfte im Labor, im Schreibdienst, als Fahrer, Büromitarbeiter, Schreiner oder Ähnliches eingesetzt. Wie das Onlineportal der WAZ-Mediengruppe, Der Westen, berichtet, erhielten die Leiharbeitskräfte ein Drittel weniger Lohn, keine Betriebsrente und sechs Tage weniger Urlaub.



Das habe „zu Spannungen innerhalb unseres Betriebes geführt und war auch nicht dem Image der Uniklinik als attraktiver Arbeitgeber förderlich“, erklärte der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor des Uniklinikums, Eckhard Nagel.



Die meisten der Leiharbeitnehmer sollen nun nach Aussagen von Nagel einen normalen Arbeitsvertrag zu tarifvertraglichen Konditionen und 300 bis 400 Euro netto mehr pro Monat erhalten.



Gereon Falk, Fachmann der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), nannte die Entscheidung des Uniklinikums laut Der Westen „beispielgebend für die Betriebe über Essen hinaus“. Dies sei ein Erfolg des Personalrats, der seinen Protest über fünf Jahre durchgehalten habe.



Die Landesregierung wolle nun genau beobachten, ob die Klinikleitung die Zusagen entsprechend umsetzt.

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